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Merz: AfD sei „Partei, die in der Tradition des schlimmsten Unrechts unseres Landes steht, das es in der Geschichte jemals gegeben hat.“ – Ein mittelbarer Aufruf zur Gewalt?

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    In der politischen Landschaft der Berliner Republik fallen die letzten Hemmungen der Debattenkultur. Angesichts anhaltender Umfragehochs der Opposition und nervöser Machtstrukturen im etablierten Parteienkartell greifen Spitzenpolitiker zu immer drakonischeren rhetorischen Waffen. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung lieferte nun Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz: In einer hochemotionalen Grundsatzrede auf dem Landesparteitag der CDU rückte er die AfD am Samstag in die direkte Traditionslinie der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik und des Holocausts. Ein Vorstoß vor den eigenen Delegierten, der eine neue Stufe der Kriminalisierung der Opposition markiert und eine gefährliche Relativierung der historischen NS-Verbrechen in Kauf nimmt.

    Mobilisierung der Basis: Die Agitation am Samstag

    Der Rahmen für diesen rhetorischen Tabubruch war kein zufälliger. Auf dem Landesparteitag am Samstag nutzte Merz die parteiinterne Bühne nicht für eine sachliche, lösungsorientierte Auseinandersetzung über brennende Themen wie Migration, Wirtschaftskrise oder Energiepolitik. Stattdessen holte er vor den eigenen Delegierten zu einer historischen Keule aus, die in der Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik ihresgleichen sucht.

    In scharfem Ton attackierte Merz die Opposition und schleuderte in den Saal, die AfD stehe

    „in der Tradition des schlimmsten Unrechts, das in Deutschland je begangen worden ist“.

    Um keinen Zweifel daran zu lassen, welches Unrecht er meinte, zog er die direkte Linie zur Shoah, der systematischen Vernichtung von Millionen europäischen Juden. Die AfD, so das sichtlich konstruierte Narrativ von Merz vor seiner Parteibasis, sei kein normaler parlamentarischer Mitbewerber, sondern die direkte ideologische Kontinuität des absoluten Bösen auf deutschem Boden.

    Die Mechanik der Demagogie: Warum das Kartell den NS-Vergleich auf Parteitagen braucht

    Dass diese Entgrenzung der Sprache auf einem Parteitag und nicht im parlamentarischen Alltag stattfand, folgt einer präzisen psychologischen und machttaktischen Logik:

    • Innere Mobilisierung und Disziplinierung: Ein Parteitag dient der Einschwörung der eigenen Mitglieder. Indem Merz den politischen Gegner als existenzielle, moralische Bedrohung in der Tradition des Nationalsozialismus darstellt, schweißt er die eigenen Reihen zusammen und erstickt jegliche innerparteiliche Kritik an seinem eigenen Kurs im Keim.
    • Das Verbot der sachlichen Kooperation: Der Vorwurf dient als unumstößliches Fundament für die Aufrechterhaltung der sogenannten „Brandmauer“. Wer die Opposition mit dem Holocaust in Verbindung bringt, erklärt jeden Christdemokraten auf kommunaler oder landespolitischer Ebene zum Verräter, der auch nur pragmatisch mit der AfD stimmt.
    • Vorbereitung des Verbotsverfahrens im vorparlamentarischen Raum: Die moralische Gleichsetzung im Rahmen einer großen Parteitagsinszenierung soll das gesellschaftliche Klima für das im Hintergrund vorangetriebene AfD-Verbotsverfahren anheizen. Wenn das Narrativ der „Traditionslinie zum Holocaust“ erst einmal in den Köpfen der Parteibasis und der Medien verankert ist, sinkt die Hemmschwelle für staatliche Verbotsmaßnahmen.

    Aufruf zur gewaltsamen politischen Verfolgung der AfD?

    Hans-Georg Maaßen, ehemaliger Präsident des Bundesamt für Verfassungsschutz, sieht in der Aussage des Bundeskanzlers gar einen Aufruf zur gewaltsamen politischen Verfolgung von AfD-Mitgliedern und schreibt auf X:

    „Merz weiß, dass es Menschen gibt, die seine Worte so verstehen werden, dass eine Regierungsübernahme der AfD notfalls auch mit Gewalt verhindert werden muss. Das ist ein mittelbarer Aufruf des Bundeskanzlers zur Gewalt gegen die AfD. Der klassische Fall von Volksverhetzung. Herr Merz, Sie tragen ab sofort die politische und strafrechtliche Verantwortung für Gewalttaten gegen Mitglieder und Unterstützer der AfD!“

    In dem X-Post ist auch das Video von Merz Aussage zu sehen:

    Der Tabubruch: Die schleichende Relativierung des Holocausts

    Die Ungeheuerlichkeit der Merz-Rede vom Samstag liegt jedoch nicht nur in der pauschalen Diffamierung von Millionen von Wählern, sondern in der geschichtsvergessenen Verharmlosung der tatsächlichen NS-Verbrechen.

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    Wenn eine demokratisch gewählte, im Kern bürgerlich-konservative Partei, die sich im Rahmen des Grundgesetzes bewegt und in zahlreichen Parlamenten sitzt, in eine direkte Traditionslinie mit den Organisatoren von Auschwitz gestellt wird, bedeutet dies im Umkehrschluss: Das singuläre Grauen des Holocausts wird auf das Niveau alltäglicher, zeitgenössischer Politikdebatten herabgestuft und instrumentalisiert. Die Einzigartigkeit der nationalsozialistischen Verbrechen wird hier auf dem Altar des tagespolitischen Machterhalts und der emotionalen Parteitags-Agitation geopfert.

    Fazit: Der moralische Bankrott der Union

    Der Auftritt von Friedrich Merz am Samstag demonstriert eindrücklich, dass die CDU unter seiner Führung nicht als echte, inhaltliche Alternative agiert, sondern als Vollstrecker desselben repressiven Framings, das jede fundamentale Systemkritik im Land moralisch vernichten soll.

    Wer die Geschichte derart instrumentalisiert und den Holocaust als parteipolitischen Knüppel auf einem Landesparteitag nutzt, hat den moralischen Kompass verloren. Die Führung der CDU demaskiert sich in diesen Tagen selbst: Ihr geht es nicht um den sachlichen Schutz der Demokratie, sondern um die Existenzvernichtung des politischen Gegners mit den Mitteln der historischen Demagogie.

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    Bildquelle: Von Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0, Link


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