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Politische Verfolgung in Deutschland

Politische Verfolgung und Repression – Aktuelles

Politische Verfolgung gab es nicht nur im preußischen Absolutismus, deutschen Kaiserreich, Nationalsozialismus oder in der DDR: Auch in der Bundesrepublik und der Europäischen Union werden Oppositionelle und Andersdenkende eingeschüchtert und in ihrer politischen oder beruflichen Tätigkeit eingeschränkt.

Politische Verfolgung in der DDR und der Bonner Republik (1949 bis 1990)

Symbolbild für DDR Zensur mit geschwärzten Zeitungsseiten, Schere und Stasi-Akten.

Die unsichtbare Schere: Systematik und Mechanismen der DDR Zensur

In der Verfassung der DDR hieß es in Artikel 27: „Jeder Bürger […] hat das Recht […] seine Meinung frei und öffentlich zu äußern.“ Doch die historische Realität war von einer lückenlosen Informationskontrolle geprägt. Die DDR Zensur war kein punktuelles Ereignis, sondern ein allgegenwärtiges, strukturelles Prinzip. Ihr Ziel war es, …
Zersetzung in der DDR: Rissiges DDR-Wappen als Symbol für politische Verfolgung und psychologische Repression durch die Stasi

Zersetzung und Überwachung: Die politische Verfolgung in der DDR durch die SED

Die politische Verfolgung durch Zersetzung in der DDR war ein zentrales Instrument der SED-Herrschaft, um oppositionelle Kräfte zu unterdrücken und die sozialistische Ordnung aufrechtzuerhalten. Sie umfasste eine breite Palette von Maßnahmen, darunter Inhaftierungen, Überwachung, psychologische Zersetzung und systematische Diskriminierung. Definition und Umfang der Zersetzung und politischen Verfolgung Die politische Verfolgung …
Strafgesetzbuch mit §175, Polizeiunterlagen und Handschellen neben einer Szene zweier Männer in Umarmung – Darstellung staatlicher Repression und der Verfolgung Homosexueller in Westdeutschland

Die staatliche Verfolgung homosexueller Männer in der Bundesrepublik Deutschland

Eine Verfolgung Homosexueller fand auch in der Bundesrepublik statt: Nach dem Ende des Nationalsozialismus und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 hofften viele homosexuelle Menschen auf eine freiere Gesellschaft. Diese Hoffnung wurde jedoch bitter enttäuscht: Die Bonner Republik übernahm den nationalsozialistisch verschärften § 175 StGB nahezu unverändert aus der NS-Zeit …
Protest gegen den Radikalenerlass 1972 – Demonstration gegen politische Verfolgung und Berufsverbote in der BRD

Der Radikalenerlass – Ein dunkles Kapitel deutscher Demokratiegeschichte

Am 28. Januar 1972 verabschiedeten die Ministerpräsidenten der Länder gemeinsam mit dem damaligen Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) den sogenannten Radikalenerlass. Offiziell sollte er federführend verhindern, dass „Verfassungsfeinde im öffentlichen Dienst“ arbeiten. In der politischen Realität führte er jedoch zu einem der massivsten Eingriffe in die Grundrechte von Bürgerinnen und Bürgern …
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Politische Verfolgung im Nationalsozialismus

Vertreibung eines Wissenschaftlers aus einer deutschen Universität während der nationalsozialistischen Säuberungen
Das Ausbluten der Wissenschaft: Die Vertreibung von Forschern im Nationalsozialismus und der irreparable „Brain Drain“
Bis zum Jahr 1933 galt das Deutsche Kaiserreich und die anschließende Weimarer Republik als das unbestrittene Epizentrum der globalen Wissenschaft. Deutsch war die unangefochtene Weltsprache der Naturwissenschaften; wer in der Physik, der Chemie oder der Mathematik Rang und Namen haben wollte, musste in Berlin, Göttingen, München oder Frankfurt publizieren und …
Historische Schwarzweißaufnahme einer Gruppe junger Edelweißpiraten, die 1943 gemeinsam im Freien vor dem Drachenfels mit Gitarre posieren.
Die Edelweißpiraten: Jugendlicher Widerstand gegen die Nazis zwischen Freiheit und Galgen
Während der NS-Staat versuchte, die gesamte Jugend in der Hitlerjugend (HJ) und dem Bund Deutscher Mädel (BDM) gleichzuschalten, bildete sich in den Arbeitervierteln deutscher Großstädte eine Gegenkultur. Die Edelweißpiraten waren kein organisierter politischer Widerstand im klassischen Sinne, sondern ein instinktiver Kampf um individuelle Freiheit, der vom Regime mit brutaler Härte …
NS-Archiv: Archivdokumente zur NS-Verfolgung: historische Karteikarten, Akten und Recherchematerial zur Spurensuche nach Verfolgten des Nationalsozialismus
NS-Archiv: Spurensuche heute – Wie man die Geschichte NS-Verfolgter rekonstruiert
Die Frage nach dem Schicksal von Vorfahren während der NS-Zeit bleibt für viele Familien oft jahrzehntelang ungeklärt. Schweigen in der Familie oder verlorene Dokumente machen die Suche schwer – doch heute sind die Recherchemöglichkeiten so gut wie nie zuvor. Dieser Guide zeigt Ihnen den Weg durch den NS-Archiv Dschungel. Anleitung …
Bundeskanzler Konrad Adenauer liest interessiert in dem Buch, das ihm Bundes-Wirtschaftsminister Prof. Erhard als Geburtstagsgeschenk überreichte (1956)
Konrad Adenauer: Vom Kölner Oberbürgermeister zum Staatsfeind des NS-Regimes – Eine Chronik der Verfolgung
Konrad Adenauer ist heute als erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und als „Gründervater“ bekannt. Doch zwischen 1933 und 1945 war seine Existenz von systematischer politischer Verfolgung, existenzieller Vernichtung und Todesangst geprägt. Sein Fall zeigt exemplarisch, wie das NS-Regime versuchte, erfahrene demokratische Eliten erst zu korrumpieren, dann zu isolieren und schließlich …
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Politische Verfolgung in der Weimarer Republik

Organisation Consul: Soldaten der Marinebrigade Erhardt während des Kapp-Putsches
Die Organisation Consul (O.C.): Das tödliche Netzwerk des frühen Rechtsterrorismus
In der fragilen Frühphase der Weimarer Republik bildete sich ein Schattenreich aus Gewalt und Fanatismus. Die Organisation Consul (O.C.) war kein bloßer Stammtisch rechter Ideologen, sondern eine hocheffiziente, militärisch strukturierte Terrorzelle. Ihr Ziel war nichts Geringeres als die physische Vernichtung der jungen deutschen Demokratie durch gezielte politische Morde und die …
Büste von Carl von Ossietzky am Theaterwall in Oldenburg
Nobelpreisträger Carl von Ossietzky: Der Märtyrer der Pressefreiheit
Carl von Ossietzky war mehr als nur ein Journalist; er war das Gewissen der Weimarer Republik. Als Herausgeber der Wochenzeitschrift „Die Weltbühne“ kämpfte er unermüdlich gegen die schleichende Militarisierung Deutschlands und die Aushöhlung der Demokratie. Sein Schicksal – vom spektakulären Weltbühne-Prozess bis zum qualvollen Tod nach Jahren der KZ-Haft – …
Fememorde: Straßenszene in der Weimarer Republik mit bewaffneten paramilitärischen Gruppen und Menschenmenge während politischer Unruhen
Die Fememorde der Weimarer Republik: Terror im Schatten der Justiz
In den instabilen Anfangsjahren der Weimarer Republik erschütterte eine Serie von grausamen Morden das Land. Unter dem Begriff „Fememorde“ exekutierten rechtsextreme Geheimorganisationen und paramilitärische Verbände vermeintliche „Verräter“ aus den eigenen Reihen oder politische Gegner. Diese Morde waren kein Ausdruck spontaner Wut, sondern ein systematisches Instrument der politischen Verfolgung, das durch …
Schwarze Reichswehr: Paramilitärische Einheit der Schwarzen Reichswehr bei einer geheimen militärischen Übung in der Weimarer Republik
Die Schwarze Reichswehr: Der illegale Schattenstaat und seine Blutspur
Nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschland durch den Versailler Vertrag militärisch streng reglementiert: Ein Heer von nur 100.000 Mann, keine schweren Waffen, keine Luftwaffe. Doch im Verborgenen entstand eine gefährliche Parallelarmee – die Schwarze Reichswehr. Sie war nicht nur ein Instrument der geheimen Aufrüstung, sondern ein Zentrum für politische Verfolgung, …
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Politische Verfolgung im Kaiserreich und Deutschen Bund

Anonyme Karikatur gegen die durch die Karlsbader Beschlüsse eingeführte Zensur. Auf dem Schild an der Wand steht: Wichtige Frage, welche heute bedacht wird: Wie lange möchte uns das Denken wohl noch erlaubt bleiben?
Die Karlsbader Beschlüsse: Geburtsstunde des modernen staatlichen Überwachungs- und Kontrollsystems – Der Deutsche Bund als Überwachungsstaat
Die Karlsbader Beschlüsse vom 20. September 1819 gelten als eines der einschneidendsten politischen Repressionsinstrumente in der deutschen Geschichte vor 1848. Sie markierten die Geburtsstunde eines modernen staatlichen Überwachungs- und Kontrollsystems, das sich nicht mehr gegen äußere Feinde, sondern gegen die eigene Bevölkerung richtete – insbesondere gegen Studierende, Journalisten, Professoren, Schriftsteller …
Verhaftung eines Mannes im Deutschen Kaiserreich unter Aufsicht eines hochdekorierten Offiziers vor dem Reichstagsgebäude in Berlin
Die Majestätsbeleidigung im deutschen Kaiserreich: Der Paragraf als Waffe gegen die Kritik
Im Deutschen Kaiserreich (1871–1918) war der Schutz der monarchischen Autorität nicht nur eine Frage der Etikette, sondern ein scharfes Schwert des Strafrechts. Der berüchtigte § 95 des Strafgesetzbuches (StGB) diente als universelles Instrument, um politische Gegner, Journalisten und kritische Bürger mundtot zu machen. Die juristische Konstruktion des Unantastbaren Nach § …
Strafrecht aus dem Deutschen Bund: Das Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich vom 15. Mai 1871 (RGBl. I S. 127) in d. Fassung vom 26. Febr. 1876
Die Kontinuität des Strafrechts vom Deutschen Bund bis zur Bundesrepublik: Wie der preußische Absolutismus die moderne Gesinnungsjustiz prägt
Wer das heutige Strafgesetzbuch (StGB) der Bundesrepublik Deutschland aufschlägt, wähnt sich im modernsten Rechtsstaat der deutschen Geschichte. Doch hinter dem zeitgenössischen Gewand verbirgt sich eine fundamentale, historisch fundierte Wahrheit: Das deutsche Strafrecht hat sich in seiner dogmatischen Grundstruktur, seinen staatsschutzorientierten Kernparagraphen und seiner elastischen Dehnbarkeit zur Disziplinierung politischer Abweichler seit …
Napoleon Bonaparte und Fürst Metternich als Symbolfiguren des Übergangs vom napoleonischen Europa zum Deutschen Bund
Von Napoleon zu Metternich: Die Kontinuität der Überwachung und Verfolgung im deutschsprachigen Raum
Der Sturz Napoleons im Jahr 1814/15 wurde in den deutschen Landen als Befreiung gefeiert. Doch für die Verfechter von Freiheit und Demokratie folgte auf den militärischen Sieg eine bittere Enttäuschung. Die Herrscher der Restauration, allen voran der österreichische Staatskanzler Fürst von Metternich, vertrieben zwar die französischen Besatzer, doch sie behielten …

Politische Verfolgung im Absolutismus und der napoleonischen Franzosenzeit

Preussische Personalakte (1823)
Die Erfindung der Personalakte als Beginn der modernen politischen Verfolgung: Wie der Absolutismus das Individuum erfassbar machte
Wir neigen dazu, politische Verfolgung im Absolutismus mit spektakulären Verliesen und Folterknechten zu assoziieren. Doch die nachhaltigste und bedrohlichste Innovation dieser Ära war weitaus unspektakulärer: das Papier. In den Schreibstuben Preußens und Frankreichs entstand die systematische Erfassung des Bürgers. Mit der Erfindung der Personalakte und des Dossiers legte die absolutistische …
Napoleon Bonaparte und Fürst Metternich als Symbolfiguren des Übergangs vom napoleonischen Europa zum Deutschen Bund
Von Napoleon zu Metternich: Die Kontinuität der Überwachung und Verfolgung im deutschsprachigen Raum
Der Sturz Napoleons im Jahr 1814/15 wurde in den deutschen Landen als Befreiung gefeiert. Doch für die Verfechter von Freiheit und Demokratie folgte auf den militärischen Sieg eine bittere Enttäuschung. Die Herrscher der Restauration, allen voran der österreichische Staatskanzler Fürst von Metternich, vertrieben zwar die französischen Besatzer, doch sie behielten …
Preußen im Zeitalter des Absolutismus: Friedrich der Große vor preußischen Soldaten und Staatsflagge in historischer Darstellung
Der preußische Absolutismus: Disziplinierung, Festungshaft und Kabinettsjustiz
In Preußen nahm der Absolutismus eine besonders nüchterne und effiziente Form an. Unter dem sog. Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. und später Friedrich dem Großen wurde der Staat zu einer perfekt geschmierten Maschine umgebaut. Politische Verfolgung bedeutete hier vor allem: Bruch des individuellen Willens zugunsten der Staatsräson. Wer nicht spurte – …
Kabinettsjustiz im Absolutismus: Geheime staatliche Entscheidungen und politische Verurteilungen in einer historischen Ratskammer des 18. Jahrhunderts
Kabinettsjustiz: Wenn der Wille des Fürsten das Gesetz bricht
In der modernen Demokratie ist die Unabhängigkeit der Justiz ein unantastbares Gut. Doch im Zeitalter des Absolutismus war das Recht oft nur ein Instrument in der Hand des Monarchen. Die sogenannte „Kabinettsjustiz“ steht bis heute als Synonym für die gezielte Zerstörung der Rechtssicherheit durch staatliche Willkür. Wenn der Fürst aus …

Hexenverfolgung und Reformation: Verfolgung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation

Nikolaus-Kopernikus-Denkmal in Warschau
Nikolaus Kopernikus und Galileo Galilei: Staatlich-religiöse Verfolgung im Namen der Wissenschaft
Der Kampf um die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit ist kein Phänomen der Moderne. Die Geschichte zeigt, dass herrschende Eliten schon immer versucht haben, unliebsame Realitäten zu unterdrücken, sobald diese das offizielle Machtnarrativ gefährdeten. Das prominenteste historische Lehrstück hierfür ist der fundamentale Wandel im Umgang mit dem heliozentrischen Weltbild – der Erkenntnis, …
Dreißigjährige Krieg: Der Galgenbaum aus dem 18-teiligen Radierzyklus Die großen Schrecken des Krieges („Les Grandes Misères de la guerre“), nach Jacques Callot (1632). Die Abbildung zeigt die Hinrichtung von „infamen und verlorenen“ Dieben („Voleurs infames et perdus“) sowie vermutlich auch Marodeuren, die um ihr Leben würfeln (in der Abb. rechts des Baums). Die Maßnahme ist kein Willkürakt, sondern erfolgt vor versammelter Truppe (linker u. rechter Bildrand), im Beisein von Geistlichen. Der Akt entspricht dem damaligen Kriegsrecht zur Aufrechterhaltung der militärischen Disziplin
Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648): Eine der dunkelsten Epochen systematischer politischer und religiöser Verfolgung in Europa
Der Dreißigjährige Krieg war mehr als ein militärisches Ringen um Territorien; er war das erste europäische Zeitalter der systematischen, ideologischen Verfolgung. In einem Klima, in dem das Seelenheil der Untertanen zur Staatsräson erhoben wurde, mutierte abweichender Glaube zum Akt des Hochverrats. Von den Schauprozessen in Prag bis zur totalen Auslöschung …
Foto der Statuen des Friedrich Spee und der Katharina Henot am Turm des Kölner Rathauses
Katharina Henot: Das bekannteste Opfer der Kölner Hexenverfolgung
Katharina Henot (ca. 1570–1627) ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Kölner Stadtgeschichte – allerdings aufgrund eines tragischen Schicksals. Als angesehene Patrizierin und erste deutsche Postmeisterin fiel sie einer Intrige und dem fanatischen Hexenwahn des 17. Jahrhunderts zum Opfer. Ihr Fall steht heute symbolisch für das Unrecht der Hexenprozesse in der …
Verfolgung von Protestanten in Köln während der Reformation mit Hinrichtungsstätte vor dem Kölner Dom
Bürgerrecht und Ausgrenzung: Die systematische Verfolgung der Protestanten im „Heiligen Köln“
Über Jahrhunderte hinweg war die Freie Reichsstadt Köln nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern ein Schauplatz konsequenter politischer Ausgrenzung. Während andere Städte im Reich nach 1555 religiöse Kompromisse suchten, blieb Köln ein katholischer Monolith. Wer sich nicht zum „rechten Glauben“ bekannte, wurde rechtlich, wirtschaftlich und sozial isoliert. Diese strukturelle Verfolgung …