Die angekündigten Antifa- und linken Proteste gegen die für den 29./30. November 2025 geplante Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation in Gießen werden als „Demokratieverteidigung“ inszeniert. Tatsächlich offenbaren sie ein Milieu, das immer stärker intolerant, selbstgerecht und politisch orientierungslos agiert – und zunehmend jene autoritären Muster übernimmt, die es angeblich bekämpft.
Eine schonungslos kritische Betrachtung der Antifa-Proteste in Gießen
Moralische Selbstüberhöhung statt politischer Reife
Der Grundton der Mobilisierung lässt sich einfach zusammenfassen: „Wir haben recht – und wer widerspricht, ist ein Feind der Demokratie.“
Diese Haltung ersetzt politische Reife durch moralischen Rigorismus. Sie macht aus politischem Streit eine moralische Säuberungsmission. Und sie dient weniger der Demokratie als der eigenen Identitätsbestätigung.
Wer politische Gegner nicht widerlegen, sondern aus dem öffentlichen Raum verdrängen will, handelt nicht demokratisch – sondern überheblich und antidemokratisch.
Blockaden als Mittel der Wahl – demokratisch hochproblematisch
Die offen angekündigten Blockaden zielen darauf ab, die Veranstaltung faktisch zu verhindern. Das ist kein ziviler Protest mehr, sondern eine bewusste Einschränkung eines Grundrechts und faschistisch.
Es ist an Absurdität kaum zu überbieten: Ausgerechnet jene, die sich als „Hüter der Demokratie“ inszenieren, greifen zu Mitteln, die demokratische Grundprinzipien unterlaufen. Wer Demokratie mit Verhinderung verwechselt, hat ihren Kern nicht verstanden.
Kalkuliertes Spiel mit Radikalen
Seit Jahren ist bekannt, dass Teile der Szene eine hohe Bereitschaft zu Eskalation, Vermummung und Gewalt mitbringen. Dennoch werden diese Kräfte in Kauf genommen – ja in Teilen sogar als notwendiger Bestandteil „militanten Widerstands“ verklärt.
Das ist politische Verantwortungslosigkeit in Reinform. Die Konsequenzen sind vorhersehbar:
- verunsicherte Bürgerinnen und Bürger
- polizeiliche Großeinsätze
- eskalative Bilder, die der AfD in die Hände spielen
Wer – wissend um diese Dynamik – trotzdem mobilisiert, trägt eine klare Mitverantwortung.
Symbolischer Aktivismus, der in die falsche Richtung wirkt
Die Proteste mögen eindrucksvoll aussehen, doch strategisch sind sie ein Eigentor. Sie verhindern weder die Gründung der Jugendorganisation noch deren Wirkung. Im Gegenteil:
- Die AfD kann sich als „unterdrückte Stimme“ inszenieren.
- Jede Blockade liefert Material für ihre Propaganda.
- Der Protest radikalisiert vor allem jene, die man angeblich „stoppen“ will.
So wird der Aktivismus selbst zum Treibstoff des politischen Gegners.
Demokratie nur für die eigene Seite?
Die Selbstwahrnehmung der Szene ist voller Widersprüche. Man fordert Toleranz – verweigert sie aber konsequent. Man beruft sich auf Freiheitsrechte – missachtet sie bei anderen. Man ruft „Demokratie!“ – aber meint in Wahrheit ideologische Homogenität.
Diese Einbahnstraßenauffassung von Demokratie ist gefährlich. Demokratie lebt vom Streit, nicht von der Ausschaltung ungeliebter Stimmen.
Fazit: Ein Protest, der seine Orientierung verloren hat
Die Gießener Proteste zeigen ein Milieu, das sich im moralischen Kampfmodus eingerichtet hat. Ein Milieu, das lieber konfrontiert als überzeugt. Ein Milieu, das die Demokratie zu verteidigen vorgibt – sie aber in ihrem Kern gefährdet. Am Ende bleibt eine bittere Diagnose:
- Der Protest ist wirkungslos.
- Er ist strategisch kurzsichtig.
- Er verstärkt die AfD.
- Er vertieft gesellschaftliche Gräben.
- Und er beschädigt das demokratische Klima, das er zu schützen behauptet.
Wenn dieser Stil des „Antifaschismus“ die Zukunft politischer Kultur sein soll, dann steht es schlecht um die politische Kultur.
