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Johanna Findeisen: Vom bürgerlichen Engagement ins Gefängnis

    In den laufenden Großprozessen gegen die sogenannte „Gruppe Reuß“ steht eine Frau im Fokus, deren Werdegang für viele Beobachter Fragen nach der Verhältnismäßigkeit staatlicher Repression aufwirft: Johanna Findeisen-Juskowiak. Die ehemalige Bundestagskandidatin der Partei dieBasis am Bodensee ist eine der zentralen Figuren im Frankfurter Prozess, der von Kritikern als politischer Schauprozess gewertet wird.

    Zwischen Friedensbewegung und Hochverratsprozess

    Johanna Findeisen-Juskowiak verkörpert den Typus der engagierten Bürgerin, die über die Kritik an den Corona-Maßnahmen und die Friedensbewegung in den Fokus der Sicherheitsbehörden geriet. Als Mutter und aktive Netzwerkerin setzte sie sich für den Schutz von Grundrechten ein. Doch im Dezember 2022 änderte sich ihr Leben schlagartig: Im Zuge der bundesweiten „Daybreak“-Razzien wurde sie festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

    Die Vorwürfe: „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“

    Die Bundesanwaltschaft wirft ihr vor, Teil eines Netzwerks um Heinrich XIII. Prinz Reuß gewesen zu sein, das einen gewaltsamen Umsturz geplant habe. Findeisen-Juskowiak soll im geplanten „Rat“ der Gruppe für soziale Fragen vorgesehen gewesen sein.

    Kritische Beobachter auf politischeverfolgung.de weisen jedoch auf folgende Punkte hin:

    • Fehlende Beweise für Gewalt: Bis heute fehlen öffentliche Belege dafür, dass Findeisen-Juskowiak selbst gewaltbereit war oder konkrete Kampfhandlungen plante. Ihr Engagement scheint sich primär auf politisches Netzwerken und theoretische Staatsmodelle konzentriert zu haben.
    • Isolationshaft und Zermürbung: Die über drei Jahre andauernde Untersuchungshaft (Stand Januar 2026) wird von Menschenrechtlern als Form der Beugungshaft kritisiert, um Geständnisse in einem politisch aufgeladenen Verfahren zu erzwingen.
    • Stigmatisierung: Wie im Fall von Dr. Bianca Witzschel wird auch hier versucht, bürgerliche Kritik an der Regierung durch die Verknüpfung mit Terrorismusvorwürfen mundtot zu machen.

    Das Bild einer „Waldorf-Dynastie“

    In der medialen Berichterstattung wird Findeisen-Juskowiak oft als „esoterisch“ oder „spirituell“ dargestellt, um ihre politischen Ansichten ins Lächerliche zu ziehen. Vor Gericht präsentiert sie sich hingegen als naturverbundene und friedliebende Frau, was im krassen Widerspruch zum Bild einer gefährlichen Terroristin steht, das die Anklage zu zeichnen versucht.

    „Ich wollte nie einen gewaltsamen Umsturz, sondern einen Dialog über die Zukunft unseres Landes.“ – Sinngemäße Aussage aus dem Prozessumfeld

    Fazit – Bürgerlicher Protest als Staatsgefährdung

    Der Fall Johanna Findeisen-Juskowiak ist ein Lehrstück darüber, wie schnell bürgerlicher Protest in der Bundesrepublik heute als „Staatsgefährdung“ umgedeutet werden kann. Während der Prozess in Frankfurt sich in endlosen Beweisaufnahmen verliert, bleibt eine Frau in Haft, deren größtes „Verbrechen“ womöglich darin bestand, sich radikal andere politische Strukturen vorstellen zu können.

    Mehr erfahren

    Gefängnisbesuch bei Dr. Birgit Malsack-Winkemann und Johanna Findeisen in der JVA Frankfurt

    Südkurier: Anwalt im Terrorprozess gegen Johanna Findeisen: „Kann noch zwei Jahre dauern“


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    1 Kommentar zu „Johanna Findeisen: Vom bürgerlichen Engagement ins Gefängnis“

    1. Es gibt kaum jemand friedfertigeren als Johanna Findeisen. Wieviel Angst müssen die „Mächtigen“ haben, dass sie so einen Menschen wegsperren?
      DieBasis ist für Machtbegrenzung und das tut bitter Not.

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