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Die Biografien der “Ulm5”: Pro-Palästina-Aktivisten als politische Gefangene in Stammheim

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Seit dem gezielten Protest gegen den israelischen Rüstungskonzern Elbit Systems im September 2025 befinden sich fünf junge Menschen – bekannt als die „Ulm5“ – in deutscher Untersuchungshaft. Während der Staat die Beschuldigten vor dem Landgericht Stuttgart im Stammheimer Hochsicherheitstrakt unter Anwendung des Anti-Terror-Paragrafen 129 als „kriminelle Vereinigung“ dämonisiert, zeigt ein Blick auf ihre Lebensläufe das Bild engagierter Kulturschaffender, Wissenschaftler und Aktivisten. Auf PolitischeVerfolgung.de dokumentieren wir die Gefangenenprofile von Crow, Leandra, Zo, Daniel und Vi – als Zeugnis der zunehmenden Kriminalisierung zivilen Protests im Parteienstaat.

Die Gefangenenprofile der Ulm5

1. Crow (Pronomen: they/them)

  • Herkunft & Hintergrund: Gebürtig aus Großbritannien, arbeitete Crow seit dem Schulabschluss in Gastronomieküchen und bei Hausrenovierungen. Musikalisch engagiert, später Fokus auf organisierten Aktivismus, Gemeinschaftsküchen, Radtouren und Camping.
  • Ueberzeugungen & Bildungspolitik: Crow meidet staatliche und privat-konzernmäßige Bildungsstrukturen, die patriarchale, cis-kapitalistische Systeme und koloniale Narrative normalisieren. Engagiert für eine Befreiungsbewegung, die Geschichte über mündliche Überlieferungen vermittelt und Ausbeutung abbaut.
  • Haftsituation: Trotz staatlicher Restriktionen gesund und gefasst; drückt tiefen Dank für die erhaltene Briefunterstützung aus.

2. Leandra (Leandra Daniela Rollo Valenzuela)

  • Herkunft & Hintergrund: Spanisch-argentinische Staatsbürgerin, lebte lange in Berlin und Barcelona. Kreative Bühnenbildnerin, Poetin, Tierliebhaberin (adoptierte Rettungshündin Louise, Ehrenamt im Tierheim).
  • Haftort: JVA Memmingen (Gaswerkstr. 23, 87700 Memmingen).
  • Kontakt & Unterstützung: Briefe auf Englisch oder Spanisch. Buchbestellungen nur als gedruckte Versionen über die Partner-Buchhandlung Buchladen Schmid unter Angabe der ISBN-Nummer im Brief.

3. Zo

  • Herkunft & Hintergrund: Aus Großbritannien; Natur- und Pflanzenliebhaber:in, Schneiderei, Kochen für Gemeinschaftsküchen, Babysitting. Student:in im letzten Studienjahr (schreibt aus der Haft an der Abschlussarbeit).
  • Politischer Schwerpunkt: Friedliche Demonstrationen gegen Völkermord, Rassismus und Kolonialismus (Solidarität mit Palästina, Sudan, DR Kongo).
  • Haftreflexion: Emotional erschüttert über die Opfer unter Zivilisten und Kindern in Gaza (u. a. das Schicksal von Hind Rajab); mahnt zur Verhinderung der Normalisierung von Völkerrechtsverbrechen.

4. Daniel (Pronomen: they / keine Pronomen)

  • Herkunft & Hintergrund: Irische:r Staatsbürger:in aus Dublin, wohnhaft in Berlin. Master-Abschluss in Neurophilosophie. Wichtigste Projekte: Podcast über Kunst, Wissenschaft und dekoloniale KI-Anwendungen, Sänger:in in einer Folk-Band, Fieldrecordings.
  • Haftsituation: Arbeitet im Gefängnis an einem Buchprojekt. Nach acht Monaten starker Restriktionen sind begrenzte Buchbestellungen (bevorzugt sehr lange Klassiker) wieder erlaubt.

5. Vi (Vivien Sonja Kovarbasic)

  • Herkunft & Hintergrund: Kind der 90er-Jahre, Tänzer:in (Gyrokinesis) an staatlichen und freien Theatern, Drag-Performer:in in der Berliner Queer- und DIY-Szene. Liest politische Zines und Autor:innen wie Dean Spade und Leslie Feinberg.
  • Haftort: JVA Schwäbisch Gmünd (Herlikofer Str. 19, 73527 Schwäbisch Gmünd)
  • Strikte Post-Vorgaben der JVA: Briefe ausschließlich auf Deutsch (keine Anglizismen, keine englischen Songtexte/Wörter). Keine Glitzer-/Aufkleber-, Parfüm- oder Hologramm-Karten. Bilder maximal A5-Format, reine Bildzusendungen ohne handgeschriebenen Brief sind unzulässig.

Adressen und Briefe schreiben

Über die Webseite von Ulm5 können Sie mehr erfahren und den Aktivisten Briefe schreiben.

Fazit: Die Repression bricht den Geist nicht

Die Biografien der Ulm5 verdeutlichen die Asymmetrie des Stammheim-Prozesses: Während der Staat junge, kulturschaffende Menschen unter Isolationsbedingungen hält, zeigt die Solidaritätswelle aus der Zivilgesellschaft, dass die Gesinnungsjustiz ihr Ziel der Abschreckung verfehlt.

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